Aspekte der Union (1707)
Die Vereinigung zwischen den Königreichen England und Schottland nahm spätestens 1603 mit der Thronbesteigung von Jakob VI. als König James I. von England seinen Anfang. Was dann 1707 zu der Union führte, wird von Historikern als Vollendung von verschiedenen eigenständigen, aber langfristig vorhandenen, historischen Prozessen geschildert. Oftmals wird die Union von 1707 als logische Konsequenz der Personalunion von 1603 begriffen, die eine konstitutionelle Verschmelzung beider Länder erreichen sollte. In weiteren Sinn war die Union aber auch die konsequente Weiterführung der Glorious Revolution von 1688. Der Adel Schottlands und Englands zeigte hier, dass eine britische Identität verschiedener Intressen außerhalb der persönlichen Interessen des Königs stehen konnte. Besonders die Frage der Konfession hatte die Problematik verschärft. Die Lowlands und England waren protestantisch, während König Jakob VII. katholisch war.
Auch der im 17. Jahrhundert zunehmende Handel mit England spielte eine große Rolle. 1689 hatte das schottische Parlament eine Union der Parlamente und des Handels vorgeschlagen, die aber nicht verabschiedet wurde, da die beiden Länder unterschiedliche politische Wege einschlugen. Solche Vorschläge aus Schottland hatte es schon 1606 und 1641 gegeben. Durch die Union wurde schließlich die größte Freihandelszone im Europa des 18. Jahrhunderts geschaffen.
Auch die Rolle der Monarchie in dem Jahrhundert zwischen 1603 und 1707 hatte sich grundlegend verändert. Die Personalunion von 1603 war ein Ergebnis der königlichen Prärogative gewesen. 1707 war dies nicht mehr der Fall. Akteure waren die Parlamente von England und Schottland. Beide waren Gegner der autokratischen und katholikenfreundlichen Herrschaft Jakobs II. Der Unionsvertrag von 1707 regelte aber nur unzureichend konstitutionelle Aspekte. 15 der 25 Punkte des Unionsvertrags regelten Fragen des Handels und der Finanzen.
Im Jahr 1707 wurde das schottische Parlament auf eigenen Beschluss aufgelöst. Nachdem Schottland eine unabhängige Kirchenpolitik und ein eigenes Rechtswesen zugesichert bekam, wurde Schottland Teil der Realunion und die schottischen Abgeordneten waren im britischen Parlament in London vertreten. Die Union hatte ebenso wie die Glorious Revolution von 1688 vor allem unter den Schotten der Highlands viele Gegner.
Versuche von beiden Seiten die Union scheitern zu lassen, hatten keinen Erfolg. Im Dezember 1707 kam das erste Britische Parlament zusammen. Die schottische Bevölkerung stand nicht hinter dem Unionsvertrag. Große Teile der Bevölkerung lehnten ihn ab. In Edinburgh und Glasgow kam es nach Verkündigung des Vertrages zu tumultartigen Unruhen. Auch Korruptionsvorwürfe begleiteten die Auflösungsabstimmung des schottischen Parlaments. Tatsächlich waren Schmiergelder geflossen. Dennoch waren diese nicht der einzige Grund für die Zustimmung des schottischen Parlaments. Die kleine Gruppe der schottischen Aristokraten, die für die Union eintrat, hatte vorallem wirtschaftliche Hoffnungen in der Union und erhofften sich eine Teilnahme an der imperialen Macht eines Britischen Empires.
Der Unionsvertrag wurde nicht ohne Widerstand hingenommen. Nicht nur die schottische Bevölkerung war gegen ihn, sondern auch viele Engländer sahen in der Union keinen Vorteil. 1713 kam es im Britischen Oberhaus zu einer erneuten Abstimmung über den Vertrag. Nur knapp wurde mit wenigen Stimmen eine Aussetzung der Union verhindert. In Schottland waren Besonders die Clans im Norden und Westen gegen die Union, was ihre Unterstützung der Stuart-Rebellionen erklärt. Für sie war der Verlust der schottischen Souveränität wichtiger als die wirtschaftlichen Hoffnungen des Lowlandadels.

Schottlands Könige von 1603 bis 1714

Jakob VI., I. of England, (1603-1625)
König Jakob VI., I. von England Jakob wurde am 19. Juni 1566 als einziger Sohn der schottischen Königin Maria Stuart und ihres zweiten Ehemannes Lord Darnley in Edinburgh geboren. Als Maria 1567 abdanken musste, wurde Jakob, der selbst noch ein kleines Kind war, zum König von Schottland proklamiert. Bis 1576 führten verschiedene Regenten die Staatsgeschäfte, dann übernahm Jakob nominell selbst die Regierung. Noch bis 1581 blieb der junge König eine Marionette in der Hand politischer Intriganten. Dann erlangte Jakob mit Unterstützung seiner Vertrauten Jakob Stuart und Esmé Stuart auch de facto die Herrschaft in Schottland.

Schottland war zu dieser Zeit durch die Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken gespalten. 1582 wurde Jakob von einer Gruppe protestantischer Adliger unter der Führung von William Ruthven gefangen genommen. Erst ein Jahr später konnte er entkommen. 1586 schloss Jakob im Vertrag von Berwick ein Bündnis mit seiner Cousine, der englischen Königin Elisabeth I. Durch seine Heirat mit Anne von Dänemark 1589 näherte er sich zeitweise den Protestanten an. Nach der Gowrie-Verschwörung 1600 allerdings unterdrückte Jakob die Protestanten ebenso, wie er es zuvor mit den Katholiken getan hatte. Er schwächte die Feudalmacht des Adels durch eine starke Zentralmacht und festigte die Vorherrschaft des Staates über die Kirche, indem er das Gottesgnadentum für sich behauptete. Königin Elisabeth starb 1603 ohne Erben; kurz vor ihrem Tod hatte sie Jakob zu ihrem Nachfolger bestimmt, der als Jakob I. als Erster aus dem Hause Stuart den englischen Thron bestieg.
1604 beendete er den Krieg Englands gegen Spanien. Ebenfalls 1604 berief Jakob die Hampton Court Conference ein, bei der er eine neue Bibelübersetzung, die so genannte King James Version, authorisierte und zugleich die Forderung nach weiterreichenden Reformen zurückwies. Seine Härte gegen die Katholiken führte 1605 zur Pulververschwörung, die jedoch vorzeitig aufgedeckt wurde. Jakob unternahm erfolglose Versuche, den Religionsfrieden in Europa voranzubringen, indem er seine Tochter Elisabeth mit Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz verheiratete, dem Führer der deutschen Protestanten, und indem er eine Ehe zwischen seinem Sohn Charles und der Infantin von Spanien, der führenden katholischen Macht, zu arrangieren versuchte. Dieses Heiratsangebot wurde jedoch von Spanien zurückgewiesen; daraufhin schloss Jakob eine Allianz mit Frankreich, erklärte Spanien den Krieg und schürte so das Feuer weiter, das er eigentlich hatte löschen wollen. Jakob I. starb am 27.  März 1625. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Charles I.


Die kgl. Fahne von England (1603)

Charles I. (1625-1649)
König Charles I. Charles wurde am 19. November 1600 in Dunfermline (Schottland) geboren. Als zweiter Sohn Jakobs VI., bzw. I. von England, wurde Charles nach dem Tode seines älteren Bruders Henry zum Thronfolger und im Jahre 1616 zum Prinzen von Wales erhoben. Während des Dreißigjährigen Krieges, stattete Charles Spanien einen Besuch ab, um über seine geplante Vermählung mit der spanischen Infantin zu verhandeln. Die Heirat sollte ein Bündnis zwischen Spanien und England besiegeln. Als jedoch offensichtlich wurde, dass die Spanier keineswegs die Absicht hatten, ein solches Bündnis zu schließen, begann man, in Frankreich über die Vermählung Charles mit der französischen Prinzessin Henriette Maria zu verhandeln; so bildete England zusammen mit Frankreich ein Bündnis gegen Spanien. 1625 bestieg Karl den englischen Thron und heiratete die französische Prinzessin, obwohl sie, sehr zum Missfallen seiner Untertanen katholisch war. Charles glaubte an das Gottesgnadentum der britischen Könige sowie an die Autorität der anglikanischen Kirche. Damit geriet er bald in Konflikt mit dem Parlament, was letztendlich zum Bürgerkrieg führte. Charles stand unter dem Einfluss seines engen Freundes George Villiers, dem 1. Herzog von Buckingham, den er ohne Rücksicht auf die öffentliche Meinung als Minister berief. Karl löste innerhalb von vier Jahren drei Parlamente auf, weil sich die Abgeordneten weigerten, seine willkürlichen Maßnahmen mitzutragen. Als das dritte Parlament 1628 zusammentrat, legte es dem König die so genannte Petition of Right vor, in der Karl aufgefordert wurde, als Gegenleistung für die Bewilligung von Finanzmitteln Reformen einzuleiten. Karl blieb keine andere Wahl, er musste die Petition annehmen. Obwohl das Parlament nach der Ermordung des Herzogs von Buckingham einen Grund weniger zur Klage hatte, löste Karl das Parlament 1629 auf und ließ mehrere führende Abgeordnete verhaften. Während der folgenden elf Jahre regierte Karl ohne Parlament. In dieser Zeit erzwang er zur Deckung der Staatsausgaben Anleihen, erhob Pfund-, Tonnen- und Schiffsgeld und erschloss sich noch andere außergewöhnliche Steuerquellen. 1637 führte Karls Versuch, die anglikanische Liturgie in Schottland einzuführen, zu einem Aufstand der schottischen Presbyterianer. Karl gelang es nicht, diese Revolte zu unterdrücken, und so berief er im Jahr 1640 das so genannte Kurze Parlament ein, das die Mittel für eine Armee bewilligen sollte. Das Parlament, dessen Sitzungsperiode nur einen Monat (April bis Mai) dauerte, weigerte sich, seinen Forderungen zu entsprechen, erarbeitete eine Liste öffentlicher Missstände und bestand auf Frieden mit Schottland. Nachdem Karl sich die nötigen Mittel dann auf anderem Wege beschafft hatte, rückte er gegen die Schotten vor. Die Schotten überquerten ihrerseits die Grenze nach England, schlugen Karls Truppen bei Newburn in die Flucht und besetzten innerhalb kurzer Zeit Newcastle und Durham. Als seine Mittel zur Neige gingen, sah sich Karl gezwungen, sein fünftes Parlament einzuberufen: Das Lange Parlament trat noch 1640 zusammen. Unter der Führung von John Pym opponierte es gegen die beiden wichtigsten Ratgeber des Königs und sorgte für die Verhaftung und Hinrichtung des Erzbischofs von Canterbury, William Laud, und von Sir Thomas Wentworth, dem 1. Earl von Strafford. 1641 stimmte Karl der Abschaffung der königlichen Sondergerichte und dem Verbot willkürlicher Steuerauflagen zu. Darüber hinaus sollte das Parlament von nun an nicht mehr ohne die Zustimmung der Abgeordneten aufgelöst werden können. Den Schotten gestand Karl größere Religionsfreiheit zu. Kurze Zeit später war Karl in eine Verschwörung zur Ermordung der schottischen Covenantführer, unter ihnen auch Archibald Campbell, 8. Earl von Argyll, verwickelt. Bei einem Besuch in Schottland im August 1641 versprach er Campbell, dass er den Forderungen des schottischen Parlaments Folge leisten würde. Noch in Schottland erfuhr Karl von einem Aufstand in Irland, in dem Tausende von englischen Protestanten hingemetzelt wurden. Im November kehrte er nach London zurück und bemühte sich, vom Parlament Truppen bewilligt zu bekommen, mit denen er den irischen Aufstand niederschlagen wollte. Aus Angst, der König könnte das Heer gegen das Parlament benutzen, wiesen die Abgeordneten diese Forderung zurück und verabschiedeten die Grand Remonstrance, eine Zusammenstellung von Reformen, die der König durchführen sollte, darunter auch das Recht des Parlaments auf Ernennung der königlichen Minister. Karl erschien daraufhin mit seinen Truppen im Unterhaus und versuchte, Pym sowie vier weitere Parlamentsmitglieder verhaften zu lassen. Das Land befand sich in Aufruhr, und der König floh mit seiner Familie aus London. Beide Seiten stellten Truppen auf. König Charles I. Die Anhänger des Parlaments nannte man Rundköpfe, die des Königs Kavaliere. Der Englische Bürgerkrieg, der nunmehr unvermeidlich geworden war, begann mit der Schlacht bei Edgehill am 23. Oktober 1642. Zuerst hatten die königlichen Kavaliere noch Erfolge zu verzeichnen, aber nach einer Reihe von Rückschlägen floh Karl am 5.  Mai 1646 zur schottischen Armee. Als er sich aber weigerte, zu den Presbyterianern überzutreten, wurde er im Juni 1647 an das englische Parlament ausgeliefert. Später konnte er auf die Isle of Wight fliehen, wurde aber dort gefangen genommen. Oliver Cromwell und seine Anhänger, die so genannten Independenten, zwangen das Parlament, ein Gesetz zu verabschieden, das weitere Verhandlungen mit dem König als Verrat betrachtete. Schließlich wurden die gemäßigteren Abgeordneten von den Independenten aus dem Parlament vertrieben. Die übrigen Abgeordneten, das so genannte Rumpfparlament, setzten ein Gericht ein, das über den König urteilen sollte. Am 20. Januar 1649 begann der Prozess in Westminster Hall. Karl erkannte dem Gericht jegliche Rechtmäßigkeit ab und weigerte sich, zur Anklage Stellung zu nehmen. Am 27. Januar wurde er als Tyrann, Mörder und Feind der Nation zum Tode verurteilt. Schottland protestierte, die königliche Familie flehte, Frankreich und die Niederlande schritten ein - vergeblich. Am 30. Januar 1649 wurde Karl in Whitehall in London enthauptet. Oliver Cromwell wurde Vorsitzender des Staatsrates, einem parlamentarischen Organ, das England als Republik regierte.

Charles II. (1660-1685)
König Charles II. 1646 ging Karl während des Bürgerkrieges zuerst nach Den Haag und später nach Frankreich ins Exil. Nach der Hinrichtung seines Vaters Charles I. nahm er den Titel eines Königs von Schottland an und wurde von den schottischen Royalisten und von Teilen Irlands und Englands auch als König anerkannt. 1650 landete er in Schottland, ließ sich am 1. Januar 1651 zum schottischen König krönen und fiel im August in England ein. Der Zug nach England war jedoch nicht erfolgreich. Charles wurde am 3. September bei Worcester geschlagen und musste nach Frankreich fliehen. Cromwell machte sich nun daran, den letzten Widerstand in Schottland zu brechen. Nach dem Tode Cromwells Im April 1660 kündigte Karl in der Deklaration von Breda eine Amnestie für seine antiroyalistischen Gegner, religiöse Toleranz sowie seine Zustimmung zu einer konstitutionellen Monarchie an. Das neue Parlament war damit zufrieden. Am 8. Mai 1660 proklamierte es Charles zum König und forderte ihn zur Rückkehr auf. Er kehrte am 26. Mai nach England zurück. Karls erstes Parlament war von Royalisten dominiert und ließ dem König weitgehend freie Hand. Sein Premierminister stellte den Supremat der anglikanischen Kirche wieder her und ließ, im Widerspruch zur Deklaration von Breda, die schottischen Nonkonformisten und die Presbyterianer verfolgen. Durch seine Heirat mit der portugiesischen Prinzessin Katharina von Braganza 1662 gewann Charles Bombay und Tanger für England. Im Inneren musste der zum Katholizismus neigende König 1673 auf Druck des Parlaments der Testakte zustimmen, die ausschließlich Angehörige der anglikanischen Kirche zum Staatsdienst zuließ und Katholiken und NonkonformisTen ausschloss. 1679 erließ er, ebenfalls auf Druck des Parlaments, die Habeas-corpus-Akte zum Schutz der Bürger vor willkürlicher Verhaftung. Die Exclusion Bill, ein vom Parlament zum Ausschluss von Karls katholischem Bruder, dem späteren Jakob II., von der Thronfolge eingebrachtes Gesetz, brachte Karl dagegen durch die Auflösung des Parlaments zu Fall. In die folgende innenpolitische Krise - von 1681 bis zu seinem Tod regierte Karl ohne Parlament - datierten die Anfänge der Parteien der Whigs (Gegner einer Thronfolge Jakobs) und der Tories (Befürworter Jakobs). Noch auf dem Totenbett konvertierte Karl zum Katholizismus; sein Nachfolger wurde sein Bruder Jakob II.

Jakob VII., II. of England (1685-1689)
König Jakob VII., II. von England Jakob wurde am 14. Oktober 1633 in London geboren und war der zweite Sohn von König Karl I. und dessen Gemahlin Henriette Maria. 1634 wurde er zum Herzog von York und Albany erhoben. Nach der Hinrichtung seines Vaters brachte man ihn auf das europäische Festland; dort nahm er 1657 auf der Seite Spaniens am Krieg gegen England teil. Nach der Restauration der Monarchie in England 1660 wurde sein Bruder als Karl II. König und Jakob selbst Großadmiral von England. 1672 konvertierte Jakob zum Katholizismus. Im folgenden Jahr verabschiedete das englische Parlament die Testakte, die Katholiken von allen öffentlichen Ämtern ausschloss; Jakob trat als Großadmiral zurück. Wenig später heiratete er die Katholikin Maria Beatrice von Modena, und 1679 versuchte das Parlament ohne Erfolg, Jakob von der Thronfolge auszuschließen. König Jakob VII., II. von England Nach Karls Tod 1685 übernahm Jakob den englischen Thron. Er warf eine Revolte seines Neffen James Scott, des Herzog von Monmouth, in England nieder und eine weitere unter Archibald Campbell in Schottland. Mit seinen harten und blutigen Vergeltungsmaßnahmen gegen die Rebellen verschreckte Jakob viele seiner Anhänger. Jakob suchte die Unterstützung der Dissenters und der Katholiken zu gewinnen, indem er 1687 die konfessionell motivierten Restriktionen gegen sie aufhob; aber er verstärkte damit nur die religiösen Spannungen im Lande. Mit der Geburt seines Sohnes, James Francis Edward Stuart, am 10. Juni 1688 schien eine katholische Thronfolge gesichert zu sein. Wenig später boten jedoch Jakobs Gegner dessen Schwiegersohn Wilhelm von Oranien, dem späteren Wilhelm III., den englischen Thron an und lösten damit die Glorious Revolution aus. Wilhelm landete im November 1688 in England und zog gegen London. Man feierte ihn als Befreier, und Jakob musste, von seinen Truppen verlassen, nach Frankreich fliehen, wo er von König Ludwig XIV. Hilfe erhielt. 1690 landete Jakob mit französischen Truppen in Irland, um die Krone zurückzugewinnen; er wurde in der Schlacht am Boyne besiegt und kehrte nach Frankreich zurück. Jakob starb am 6. September 1701 in Saint-Germain-en-Laye.

Mary II. (1689-1694)
Maria II. Stuart und Wilhelm von Oranien Maria II. wurde am 30. April 1662 in London geboren. Sie war die älteste Tochter Jakobs II. und dessen erster Frau Anne Hyde. Maria wurde protestantisch erzogen, obwohl ihr Vater zum Katholizismus konvertiert war, und im Alter von 15 Jahren mit dem niederländischen Prinzen Wilhelm von Oranien verheiratet. 1688 begannen die Gegner der autokratischen und katholikenfreundlichen Herrschaft Jakobs II. die Glorious Revolution, vertrieben Jakob und boten im Februar 1689 Maria II. und ihrem Mann gemeinsam die englische Krone an. Im April 1689 wurden die beiden gekrönt. Während der Abwesenheit ihres Mannes (1690 bis 1691 Feldzug in Irland, 1692 bis 1694 auf dem Festland) führte sie die Regentschaft. Nach Marias Tod am 28. Dezember 1694 in Kensington Palace in London regierte Wilhelm alleine des Land. Das Ehepaar blieb kinderlos; nach Wilhelms Tod übernahm Marias Schwester Anna den Thron.

Anne (1702-1714)
Königin Anna Stuart Anne war die letzte britische Herrscherin aus dem Hause Stuart. Sie wurde am 6. Februar 1665 als zweite Tochter Jakobs VII., bzw. II., geboren. 1683 wurde sie mit Prinz Georg von Dänemark vermählt. Während ihr Vater 1672 zum römisch-katholischen Glauben übertrat, blieb Anne Protestantin und stimmte der Glorious Revolution von 1688 stillschweigend zu, so dass ihre Schwester Maria und deren Gatte, Wilhelm von Oranien, den Thron besteigen konnten. Nach dem Tode Wilhelms 1702 wurde Anne Königin und nahm John Churchill, der bei ihrem Vorgänger in Ungnade gefallen war, wieder in Gnaden auf und ernannte ihn zum Herzog von Marlborough und zum Befehlshaber der englischen Truppen. Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) besiegte Marlborough die Franzosen in einigen Schlachten. Er und seine Gattin Sarah übten auf die Königin in den Anfangsjahren ihrer Regierungszeit großen Einfluss aus. Anne, die katholikenfeindlich und der anglikanischen Kirche treu ergeben war, ergriff zunächst Partei für die kirchenfreundlichen Tories und stellte sich damit gegen die Oppositionspartei der Whigs, hielt die Tories jedoch von der Regierung fern. Unter Annas Regierung wurden die Königreiche von England und Schottland 1707 zu einer Union vereinigt. Gerade dies wurde in grossen Teilen Schottlands mit Bestürzung aufgenommen. Ihr Tod am 1. August 1714 beendete die Hereschaft des Hauses Stuart, da Anne keine Kinder hinterliess. Ihre Nachfolge trat ihr Cousin, Kurfürst Georg von Hannover, als Georg I. an.

Rebellionen
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