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| Die Jacobite-Seite |
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Durch
die unblutige Glorious Revolution von 1688 bis 1689 in England wurde Jakob II.
zu Gunsten seiner Tochter Maria II. und ihres Mannes Wilhelm
III. von Oranien abgesetzt. Jakob II. hatte bald das Wohlwollen verloren,
das die Engländer von seinem populären Bruder Karl II. auf ihn
übertragen hatten: Denn er war bei der Unterdrückung eines Aufstandes
seines illegitimen Neffen, des Herzogs von Monmouth, im Jahr 1685 zu hart
vorgegangen; er beutete die Reserven an Menschen und Finanzen aus, um ein
stehendes Heer aufzustellen; und er ließ Katholiken in der Regierung,
im Heer und an den Universitäten zu. 1688 ließ er eine Erklärung
über die Gewissensfreiheit (Declaration of Liberty of Conscience)
in allen Kirchen verlesen, die den Katholiken und Dissidenten die freie
Religionsausübung zugestand. Diese unpopuläre Maßnahme
und die Geburt eines Sohnes im Juni des gleichen Jahres (von dem manche
behaupteten, er sei der Königin heimlich untergeschoben worden), die
eine katholische Thronfolge versprach, veranlassten die Gegner Jakobs,
dem Protestanten Wilhelm von Oranien den englischen Thron anzubieten. Wilhelm
war mit Jakobs Tochter Maria verheiratet, und das Volk wollte unbedingt
das Erbe Marias gesichert sehen. Als Wilhelm am 5. November in Torbay landete
und nach London vorrückte, floh Jakob mit seiner Familie nach Frankreich
(nicht ohne vorher das Großsiegel Englands in die Themse zu werfen).
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Wilhelm
wurde die provisorische Regierungsgewalt übertragen. Im Februar 1689
bot man ihm und Maria zusammen die Krone an, unter der Bedingung, dass
sie die Declaration of Right, die spätere Bill of Rights, unterzeichnen.
Diese sah die Thronfolge für Marias Schwester Anna vor, falls Maria
keine Kinder bekäme, verhinderte die Thronfolge durch einen Katholiken,
gewährte freie Wahlen und regelmäßiges Zusammentreten des
Parlaments und verbot die Aufstellung eines stehenden Heeres in Friedenszeiten.
Die Glorious Revolution verlief unblutig und erfolgreich: Das Parlament
hatte die Oberhoheit, und England blühte und gedieh. Die Whigs hatten
sich mit ihren Grundsätzen durchgesetzt. Diejenigen, die sich weigerten,
Wilhelm und Maria die Treue zu schwören, nannte man Eidverweigerer
(nonjurors) oder Jakobiten (nach Jakob II.). Die meisten Jakobiten gab
es unter den Katholiken im Schottischen Hochland und in Irland. Beide Gebiete
wurden zu einem schrecklichen Preis im Massaker von Glencoe in Schottland
und in Irland in der Schlacht am Boyne unterworfen. Dennoch gab es 1689,
1708 und 1715 Versuche der Stuarts, die Krone zurückzuerlangen. Alle
Versuche scheiterten.
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Der
Jakobitenaufstand von 1745, war der letzte der erfolglosen Aufstände
der Jakobiten mit dem Ziel, in England das unbeliebte Haus Hannover abzusetzen
und die Stuarts auf den Thron zurückzuführen. Während Georg
II. gerade im Österreichischen Erbfolgekrieg engagiert war, landete
Charles Edward Stuart, der Young Pretender (der Junge Prätendent),
auf den Hebriden und setzte am 25. Juli 1745 bei Loch nan Uamh nahe Arisaig
seinen Fuss auf schottischen Boden.
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Nachdem
er an die stuart-treuen Clanchefs Briefe gesandt hatte, um sich ihrer Gefolgschaft
zu sichern und sie zu einem Treffen zu versammeln, kam es am 19. August
in Glenfinnan am Loch Shiel zu einem denkwürdigen Ereignis. Unter
großem Jubel der versammelten Highlander wurde die Stuart-Standarte
gehisst und Charles proklamierte seinen Vater zu König James III.
und sich selbst zum Regenten von Großbritannien. Die Highlander waren
vom Charme und dem Auftreten des Prinzen begeistert. Die tiefe Loyalität
zu ihrem legitimen Laird vermischte sich mit Hoffnung. Verstärkt wurde
dies durch Lieder, Geschichten und Neuigkeiten, die im ganzen Land über
den Prinzen verbreitet wurden. Die "Forty-Five" Revolte hatte begonnen.
Heute erinnert in Glenfinnan ein Monument an den Ort des Beginns der Erhebung.
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Charles eroberte
fast ganz Schottland im Sturm und nahm Perth ein. Ironischerweise konnte
sein Heer Dank der Straßen, die General Wade zur Kontrolle der Highlands
bauen liess, schneller vorrücken. Unter großem Jubel zog er
am 17. September in Edinburgh ein. Nach der Einnahme Edinburghs besiegten
Charles Truppen am 21. September eine britische Armee bei Prestonpans,
die unter Lt.-Gen. Sir John Cope diente. Anschließend Charles nach
England vor und kam bis Derby in Mittelengland. Allerdings erhielt er kaum
Unterstützung seitens der englischen Jakobiten und Frankreichs, zugleich
rückten die englischen Truppen unter General Wades und unter dem Herzog
von Cumberland heran, so dass sich Charles Edward Stuart nach Schottland
zurückziehen musste.
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Nach
einigen kleineren Gefechtserfolgen wurde die durch Desertionen bereits
stark dezimierte jakobitische Armee in der Schlacht von Culloden von den
Engländern endgültig in die Flucht geschlagen. Am frühen
Morgen des 26. April wurden die etwa 5 000 erschöpfte, demoralisierte
und nach ihrem Rückzug aus Derby dezimierte Stuart-Anhänger bei
Drummossie Moor (bei Culloden House, zehn Kilometer östlich von Inverness
in Schottland) von den Engländern überrascht und verloren in
einem kurzen Kampf 1000 Mann; Cumberlands Verluste waren verschwindend
gering. Weitere 1 000 Mann aus dem Stuart-Heer fielen in den folgenden
zwei Wochen den Verfolgungen durch die Truppen von "Metzger" Cumberland
zum Opfer. Cumberland gab den Befehl aus, keine Gnade zu gewähren:
niemand sollte überleben.
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Seine
Armee marschierte weiter und tötete jeden verwundeten Highlander,
der auf dem Schlachtfeld zu finden war und machte sich anschließend
nach Inverness auf, um den Kampf weiter zu führen. Cumberlands Truppen
machten vor keinem Haus oder Hof halt und massakrierten tagelang sogar
Frauen und Kinder. Jeglicher Widerstand sollte gerbrochen werden. Charles
selbst verliess des Schlachtfeld, entband alle Truppen von ihrem Eid und
flüchtete in die Highlands. Ein Monument erinnert heute an die verlorene
Schlacht.
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Erstaunlicherweise konnte Prinz Charles
Edward, nachdem er fünf Monate lang in einer wilder Flucht duch Schottland
gezogen war, nach Frankreich ins Exil entkommen, obwohl auf seine Ergreifung
die Belohnung von 10 000 £ ausgesetzt war. Die abenteuerliche Flucht
führte ihn nach Skye, wo er sich tagelang in der Prince Charles Cave
verbarg und schließlich mit Hilfe von Flora MacDonald entkommen konnte.
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Nach
der Niederwerfung des Aufstands konzentrierte sich die englische Regierung
darauf, die bereits angeschlagene Macht der schottischen Highlandclans
endgültig zu untergraben, um die Stuarts jeden Rückhalts in Schottland
zu berauben. Die schottischen Highlands wurden durch den Bau neuer Straßen
und neuer Forts, z. B. dem Fort George am Moray Firth, für die englischen
Regierungstruppen erschlossen.
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Die Bedrohung des regierenden Königshauses (das Haus Hannover) durch die
Stuarts blieb zwar weiterhin ein Thema in der englischen Politik, aber
die Schlacht bei Culloden war der letzte ernsthafte Versuch der Stuarts,
den englischen Thron zurückzugewinnen. Charles kam 1750 und 1754 noch
zweimal heimlich nach London, um Anhänger für seine Sache zu
gewinnen, doch er scheiterte. Die "Vorkehrungen", die die englische Regierung
getroffen hatte, waren gründlich gewesen. Das "rebellische Wesen"
der Schotten sollte im Keim erstickt werden. Das Leben in Schottland wurde
in allen Bereichen von den speziellen Verordnungen aus London beeinträchtigt.
Das Tragen der Hochlandkleidung wurde unter Anrohung von Gefängisstrafe
verboten, was dazu führte, dass viele der originalen Muster verloren
gingen. Auch der Dudelsack wurde verboten. Die größte Anstrengung
war die Beseitigung des Clan-Systems und was Deportationen nicht vollbracht
hatten, wurde durch die Highland Clearances gelöst. Das Hochland sollte
entvölkert werden. 1766 kehrte Charles nach Italien zurück, nachdem
sein Vater gestorben war. Dort verbrachte er seine letzten Jahre. Charles
verstarb am 31. Januar 1788 in Rom.
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